Jun
07

Die Volumetrics-Diät ist eine Diät, bei der eine Gewichtsabnahme durch den Verzehr von Nahrungsmitteln mit niedriger Energiedichte, die viel Flüssigkeit enthalten, erzielt weden soll. Der Begriff stammt von der amerikanischen Ernährungsforscherin Barbara Rolls.

Prinzip

Die US-Wissenschaftlerin Rolls stellte nach ihren Angaben in Labor-Versuchen fest, dass die Menge (damit das Volumen) des Essens für die Sättigung einer Person entscheidend ist und nicht der Kaloriengehalt der Speisen. Wer bevorzugt Nahrungsmittel mit geringer Kaloriendichte (Kilokalorien pro Gramm, kcal/g) verzehre, könne so die Gesamtzahl der konsumierten Kalorien senken, angeblich ohne Hungergefühle. Somit eigne sich Volumetrics, um Übergewicht zu verlieren. Auch in Deutschland wird das Prinzip „Essen mit reduzierter Energiedichte“ zur Prävention und Behandlung von Übergewicht und Diabetes angewandt. Es handelt sich dabei auch nicht um eine neue Erkenntnis.

Berechnung

Die Energiedichte von Nährstoffen, Nahrungsmitteln und Speisen ist unterschiedlich:

  • Fett hat eine Energiedichte von 9 kcal/g
  • Alkohol liegt bei 7 kcal/g
  • Eiweiß und Kohlenhydrate haben etwa 4 kcal/g

Wasser besitzt dagegen keinen Brennwert. Daher hat ein hoher Wasseranteil in Nahrungsmitteln zwangsläufig eine niedrige Energiedichte zur Folge. Meist geht das mit einem geringen Fettanteil einher. Nahrungsmittel mit hoher Energiedichte enthalten dagegen meist viel Fett und Zucker, aber wenig Wasser.

Nach Ansicht der Volumetrics-Vertreter sollte die Kaloriendichte einer ausgewogenen Ernährung im Mittel bei etwa 1,25 kcal/g liegen. Tatsächlich sind aber Werte von 1,6 kcal in England und 1,8 kcal in den USA üblich.

Ernährungspraxis

Wer sich volumetrisch ernährt, trinkt viel Wasser, Tee oder kalorienfreie Getränke. Statt Nahrungsmittel mit einem hohen Anteil minderwertiger Fette (Wurst, Käse, Butter) sollen vermehrt Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Fisch und hochwertige Pflanzenöle (Raps, Olivenöl) in die Ernährung eingebaut werden. So steigt der Anteil gesunder, frischer Nahrungsmittel, die den Körper mit reichlich Vitaminen und Ballaststoffen versorgen. Insgesamt entsprechen die Volumetrics-Empfehlungen denen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, DGE. Die DGE hat in ihren neuesten Empfehlungen ebenfalls auf die Bedeutung der Energiedichte für einen gesunden Speiseplan hingewiesen.

Quelle:„Satt und schlank mit der Volumetrics-Diät“, GU-Verlag 2005

Bewertung

Die Behauptung, dass die Füllung des Magens ausschlaggebend ist für das Sättigungsgefühl ist wissenschaftlich nicht haltbar und entspricht nicht dem aktuellen Forschungsstand. Es ist bekannt, dass der Sättigungsmechanismus von mehreren Faktoren abhängig ist, stark durch Hormone gesteuert wird und auch von der Energiezufuhr abhängt.Susanne Klaus: Regulation von Hunger und Sättigung (2005) Flüssigkeitsaufnahme allein, zum Beispiel in Form von Wasser, hat so gut wie keinen Einfluss auf das Hungergefühl, wie auch Rolls in ihren Versuchen festgestellt hat. Sie konnte in Experimenten aber belegen, dass dieselben Zutaten als Suppe sättigender wirken als in Form eines Auflaufs, was sie auf das unterschiedliche Volumen der Speisen zurückführt.Beitrag von Quarks & Co. (2004)

Das deutsche Buch zur Volumetrics-Diät enthält Empfehlungen wie die, eine Pizza zusätzlich mit Tomaten- oder Gurkenscheiben zu belegen, um den Volumenwert zu verbessern. Der zusätzliche Belag reduziert aber weder die Kalorienzahl der Pizza noch den Fettgehalt. Grundsätzlich gilt, dass eine Gewichtsabnahme dann erfolgt, wenn dem Körper weniger Energie zugeführt wird als er verbraucht, völlig unabhängig vom Volumen. Wird die gewohnte Kalorienmenge deutlich unterschritten, reagiert der Körper in jedem Fall mit Hungergefühlen, auch bei dieser Diät.Interview mit Udo Pollmer

Quellen

Jun
07

Atkins ist der Name mehrerer Personen:

  • Alan Atkins, Mitbegründer der Heavy Metal Band Judas Priest
  • Chet Atkins, Country-Musiker
  • Daryl Atkins, amerikanischer Verbrecher, siehe Atkins v. Virginia
  • Eileen Atkins, britische Schauspielerin und Drehbuchautorin
  • Henry Ernest Atkins, englischer Schachmeister
  • Jeffrey Atkins, US-amerikanischer Rapper, auch bekannt als Ja Rule
  • Juan Atkins, DJ und Mitbegründer des Detroit Techno
  • Mark Atkins, australischer Didgeridoo-Spieler, Musiker und bildender Künstler
  • Peter Atkins, Chemiker
  • Robert Atkins, Ernährungswissenschaftler, bekannt durch die Atkins-Diät
  • Sharif Atkins, Filmschauspieler
  • Susan Atkins, amerikanische Mörderin; siehe auch Charles Manson
  • Sir William Atkins, der Gründer der WS Atkins PLC

Atkins ist der Name mehrerer Orte in den USA:

  • Atkins (Arkansas)
  • Atkins (Iowa)
  • Atkins (Virginia)

Sonstiges:

  • Atkins-Diät
  • Atkins (Film), Abenteuerfilm aus der ehemaligen DDR von 1985
Jun
06

Die Sears-Diät, auch Zone-Diät genannt, ist eine vom US-amerikanischen Biochemiker Barry Sears eingeführte Diät, die zur Gewichtsreduktion und zur Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit beitragen soll. Sears entwickelte eine komplexe Theorie zur optimalen Ernährung, die seiner Diät zugrunde liegt. Die Ernährung nach Sears besteht zu jeweils 30 Prozent aus Fett und Eiweiß und zu 40 Prozent aus Kohlenhydraten. Zusätzlich zu Empfehlungen, die die Zusammensetzung und Menge der Nahrung betreffen, empfiehlt er, Sport zu treiben. Die Anwendung seiner Ernährungsempfehlungen sollen auch zu „Hormon-Balance“ (The Zone) führen, die stimmungsaufhellend wirken soll. Die Diät wird von Sears als Dauerernährung propagiert.

Sears Thesen

Barry Sears wichtigste Thesen in Kürze:

  • Fett zu essen bedeutet nicht zwangsläufig, dick zu werden.
  • Es ist schwer, Gewicht allein durch die Reduktion von Kalorien zu verlieren.
  • Gewichtsverlust hat wenig mit Willenskraft zu tun.
  • Nahrung kann gut oder schlecht sein.
  • Die biochemische Wirkung der Nahrung hat sich nicht verändert, seit es Menschen gibt.

Das Optimum/The Zone

Das so genannte Optimum bezeichnet Sears als den Bereich einer von ihm beschriebenen Hormon-Balance, in dem der Insulinspiegel weder zu hoch noch zu niedrig sei und in dem der Körper gespeichertes Fett zur Energiegewinnung abbaue, womit es zur Gewichtsabnahme komme. Wesentlich für die Diät sind laut Sears hormonähnliche körpereigene Substanzen, die Eicosanoiden, die unter anderem den Insulinspiegel beeinflussen. Sears bezeichnet die Nahrung als “Droge”, mit der der körpereigene Hormonspiegel beeinflusst werden kann.

Die Grundlagen

Die Grundlagen der Diät sind laut Sears Arbeiten von Sune Karl Bergström und Bengt Ingemar Samuelsson vom Karolinska Institut in Stockholm sowie John Robert Vane vom Royal Collage of Surgeons in England.

Bei dieser Diät muss alle viereinhalb Stunden gegessen werden. Sears empfiehlt die Einnahme von drei Haupt- und zwei Zwischenmalzeiten, um möglichst immer im “Optimum” zu bleiben. Bei jeder Mahlzeit müssen Fett, Eiweiß und Kohlenhydrate, die drei Nährstoffblöcke, in einem bestimmten Verhältnis zueinander stehen. Der Nährstoffblock-Bedarf muss individuell berechnet werden. Die Ernährung nach Sears besteht zu jeweils 30 Prozent aus Fett und Eiweiß und zu 40 Prozent aus Kohlenhydraten. Dies soll den Körper ins “Optimum” bringen. Die Diät unterscheidet außerdem zwischen “guten” und “schlechten” Kohlenhydraten, ähnlich wie die Glyx-Diät und die Logi-Methode.

Je 7 Gramm Eiweiß sollen 9 Gramm Kohlenhydrate mit einem niedrigen glykämschen Index und 1,5 Gramm Fett mit möglichst vielen ungesättigten Fettsäuren enthalten sein. Durch eine relativ hohe Eiweißaufnahme und eine relativ geringe Kohlenhydrataufnahme soll der Sears-Theorie zufolge der Insulinspiegel niedrig gehalten werden. Sears verordnet zusätzlich täglich einzunehmende Fischölkapseln.

Nach Sears Theorie ist das Übermaß an Kohlenhydraten in unserem Essen für die Gewichtszunahme verantwortlich, da Kohlenhydrate in Glykogen umgewandelt werden, das aber im Körper nicht in beliebiger Menge gespeichert werden kann und bei einem übermäßigen Nahrungsangebot in Fett umgewandelt wird. Diese Ablagerung als Fett wird auch durch Insulin gesteuert. Ein hoher Insulinspiegel verhindere, dass dieses Fett wieder abgebaut werden kann. Es bleibt in den Fettdepots des Menschen.

Im Schnitt werden bei dieser Diät pro Tag 1800 bis 2400 Kalorien aufgenommen.

  • Die Bedeutung des glykämischen Index der Kohlehydrate ist in der modernen Ernährungswissenschaft umstritten. Die von Sears postulierte Beeinflussung endokriner Funktionen durch seine Diät ist nach Aussage von Kritikern nicht wissenschaftlich belegt.
  • Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt deutlich weniger Eiweiß und mehr Kohlenhydrate als die Sears-Diät vorschreibt.
  • Es gibt keine gesicherten Erkenntnisse über die euphorischen Zustände, die der „Zone“ zugrunde liegen sollen.
  • Die in den Büchern von Barry Sears zu lesenden Versprechen des permanenten Gewichtsverlustes, der geringeren Häufigkeit von Krankheiten, höherer körperlicher Leistungsfähigkeit oder gar Einflüssen auf unsere Gene sind nicht wissenschaftlich gesichert.
  • Die Rolle der Fette ist in der Sears-Diät widersprüchlich: Einerseits ist sie als eine fettarme Diät anzusehen (max 30% der Energieträger durch Fette), andererseits werden Fette als wichtig für das körperliche Fitness angesehen, darunter die ungesättigten Öle wie Fischöle.
  • Die aufgenommene Kalorienmenge ist relativ hoch; es ist schwierig, auf diese Weise abzunehmen, denn die Grundregel ist: Nur wer weniger Kalorien aufnimmt, als sein Körper verbraucht, nimmt ab. Das gilt für jede Diät.
  • Eine erhöhte Eiweißzufuhr belastet die Nieren, da die Abbauprodukte des Eiweißstoffwechsels über sie ausgeschieden werden. Übergewichtige haben ohnehin oft einen erhöhten Harnsäurewert, der durch viel Eiweiß weiter ansteigt. Die Folge können Gichtanfälle sein. Bei hoher Eiweißaufnahme wird auch vermehrt Kalzium ausgeschieden, was das Risiko von Nierensteinen erhöht. Für Personen mit eingeschränkter Nierenfunktion ist diese Diät auf keinen Fall geeignet.
Jun
06

Die Gerson-Therapie ist eine von dem Arzt Max Gerson (1881-1959) ursprünglich zur Behandlung von Migräne entwickelte Therapie, die nach Angaben ihrer Befürworter ein breites Anwendungsspektrum bis hin zur Krebstherapie hat. Diese Form der Behandlung ist sehr umstritten und von der wissenschaftlichen Medizin nicht zur Behandlung schwerer Krankheiten anerkannt. Es liegen keine unabhängigen Studien vor, die eine heilende oder gesundheitsfördernde Wirkung belegen.

Allgemein

Die Gerson-Diät basiert einerseits auf der Aufnahme bestimmter Nahrungsmittel bei gleichzeitigem Verbot anderer Nahrungsmittel und bestimmter Zubereitungsmethoden.

Laut seiner Ernährungsempfehlung sollte die Nahrung fettfrei, salzfrei und vegetarisch sein. Nicht erlaubt sind: Avocados, Beeren, nicht selbst zubereitete Getränke, Gurken, Nüsse, Pilze, Ananas, Pfeffer, und Sojabohnen. Gerson verbietet einerseits ausdrücklich Kaffee und Tee, empfiehlt aber Einläufe mit Kaffeezusatz.

Empfohlen werden von frisch gepresste Frucht- und Gemüsesäfte. Dazu empfahl Gerson täglich 56 mg Iod (als Lugolsche Lösung), getrocknete Schilddrüsenextrakte und Vitamin B12-Gaben. Die pflanzliche Nahrung sollte aus biologischem Anbau stammen.

Seine Diät sollte die Leber in ihrer Entgiftungsfuktion unterstützen. Dazu sah er die Einläufe mit Kaffee als geeignet an.

Verbote beziehen sich zusätzlich auf Fluor in Zahncreme und Gurgelwasser, das Haarefärben (und die Dauerwelle), Dampfdruckkochtöpfe, Saftpressen, Zentrifugen oder Mixer.

Profitieren sollten Patienten mit Migräne, Tuberkulose, Krebs, Fibromyalgie, Arthritiden und Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit).

Neben der Gerson-Diät beinhalten manche auf ihn bezogene Therapiekonzepte auch Injektionen mit Kalbsleberextrakten, die teilweise zu Komplikationen führten.

Gerson hatte viele prominente Patienten, zu diesen gehörte auch die befreundete Familie von Albert Schweitzer.

Nach dem Tode von Max Gerson gründete seine Tochter Charlotte Gerson 1978 ein Gerson institute um das Werk ihres Vaters fortzusetzen. Das Institut befindet sich in Mexico.

Migräne-Diät

Gerson litt bereits früh an Migräne und versuchte, dagegen eine wirksame Therapie zu finden. Er war der Meinung, dass die Nahrung einen Einfluss auf diese Krankheit habe und beobachtete bei Einhaltung einer bestimmten von ihm entwickelten Diät ein Verschwinden seiner Kopfschmerzen. Seine Migränediät basierte vor allem auf dem Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel.

Tuberkulose-Diät

Einer seiner Patienten berichtete ihm über das Verschwinden seiner Hauttuberkulose nach Befolgen seiner Diätempfehlung gegen die Migräne. Gerson schloss daraus auf eine Wirksamkeit seiner Diät gegen die Tuberkulose und berichtete über Therapieerfolge bei weiteren Patienten.

Der Chirurg Ferdinand Sauerbruch hörte von Gersons Behandlungserfolgen und war bereit, in seiner Münchener Klinik diese Diät an seinen Patienten auszuprobieren. Nach Bekanntwerden von Behandlungserfolgen bei Sauerbruch verbreitete sich Gersons Diät schnell über Ländergrenzen hinweg.

Gerson kümmerte sich in der Folgezeit um mehrere europäische Kliniken, die seine Diät zur Therapie der Tuberkulose anwandten. Gerson veröffentlichte dazu Artikel in verschiedenen medizinischen Fachzeitschriften.

Krebsdiät

Eine Patientin, die an Magenkrebs erkrankt war, bat ihn 1928, sie mit seiner Tuberkulose- und Migränediät zu behandeln. Nach seinen Berichten konnte er so die Krebserkrankung der Patienten erfolgreich heilen. Seine Versuche Krebs durch seine Diät zu heilen, setzte er nach seiner Emigration fort.

Kritik

An Gersons Diätempfehlungen wurde häufig Kritik geübt. So wurde ihm vorgeworfen, keine exakten statistischen Angaben über seine Behandlungen gemacht zu haben. Des Weiteren wurde der Vorwurf geäußert, er habe lediglich seine Behandlungserfolge publiziert und Misserfolge dabei nicht erwähnt.

Seiner Gerson clinic in Mexiko wurden hohe Behandlungskosten und ein rein kommerzielles Vorgehen vorgeworfen.

1947 untersuchte eine Kommission der New York County Medical Society Krankenakten von 86 seiner Patienten, untersuchte zehn von ihnen und kam zum Ergebnis, dass es keine Belege für eine Wirksamkeit der Gerson-Diät gegen Krebs gebe.

Eine wissenschaftliche Studie Ginsberg MM. Campylobacter sepsis associated with “nutritional therapy”. MMWR 30:294-295, 1981berichtet, dass zwischen 1980 und 1986 mindestens 13 Patienten, die vorher eine Gerson-Therapie bekommen hatten, in Krankenhäusern der Gegend um San Diego wegen einer Sepsis behandelt werden mussten. Die Sepsisfälle wurden auf Injektionen in die Leber zurückgeführt. Keiner der Patienten war frei von Krebs, und einer von ihnen verstarb an Krebs eine Woche nach Aufnahme. Des Weiteren waren fünf der Patienten komatös aufgrund zu niedriger Natriumwerte, die auf die Empfehlung, auf Kochsalz zu verzichten, zurückgeführt wurden. Weitere Studien zur Gerson-Therapie kamen zum Ergebnis, dass eine Behandlung bei Krebs nicht empfehlenswert ist. *http://caonline.amcancersoc.org/cgi/reprint/41/5/310*http://caonline.amcancersoc.org/cgi/reprint/43/5/309
Green S.A critique of the rationale for cancer treatment with coffee enemas and diet. JAMA 268:3224-3227,1992American Cancer Society. Unproven methods of cancer management: Gerson method. Cancer Journal for Clinicians 40:252-256, 1990

Die Anwendung der Gerson-Diät zur Behandlung von Krebs ist in den USA aufgrund eines fehlenden Wirksamkeitsnachweises nicht erlaubt.

Die Gerson-Diät ist nicht Bestandteil der modernen evidenzbasierten Medizin.

Quellenangaben

Jun
06

Der Glykogenspeicher (auch Glykogendepot) des menschlichen Körpers bezeichnet die in Form von Glykogen gespeicherten Kohlenhydrate bzw. Glukosemoleküle. Das gespeicherte Glykogen befindet sich, je nach Muskelmasse, zu 1/3 in der Leber und zu 2/3 in der Muskulatur. Es wird in der aeroben sowie anaeroben Glykolyse verwendet, um ATP, den „Zelltreibstoff“, zu synthetisieren (vgl. Energiebereitstellung).

Glykogen wird im Glykogenspeicher mit Hilfe von Wasser eingelagert. Die „Wunderwirkung“ von Low-Carb-Diäten, also der rapide Gewichtsabbau in den ersten Tagen der Diät, kann durch den Verlust dieses Wassers erklärt werden. Folgerichtig führen auch Carbo-Loading-Diäten (siehe unten) zu einem extrem schnellen Gewichtsanstieg von bis zu 2–3kg durch die Einlagerung von Wasser.

Die Bedeutung des Glykogenspeichers im Sport

Im Sport, besonders im Ausdauersport, ist der Glykogenspeicher von besonderer Bedeutung. Energie in Form von ATP, die für die Bewegung nötig ist, kann entweder durch Glykolyse - also den Abbau von Kohlenhydraten - oder durch die Lipolyse - den Abbau von Fetten - synthetisiert werden. Während die Fettdepots des Körpers so viel Energie umfassen, dass der Mensch mehrere Wochen ohne Nahrung auskommen könnte, ist der Glykogenspeicher nur für die Bewältigung eines Tages (bei normaler Belastung) ausgelegt. Ein Ausdauersportler könnte deshalb, würde er allein das gespeicherte Glykogen verbrauchen, nur etwa 90 Minuten bei hoher Belastung durchhalten. Konsequenterweise ist der Ausdauersportler also gezwungen, neben den Glykogendepots auch die gespeicherten Fette zur Energiegewinnung heranzuziehen. Der entscheidende Nachteil der Lipolyse ist aber, dass pro eingesetzter Menge Sauerstoff weniger Energie geliefert werden kann. Die Kapazität der Atmung begrenzt also den Abbau von Fetten. Deshalb versucht man, die Glykogen-Speicher zu schonen, indem man den Fettstoffwechsel trainiert. Dieser beginnt erst nach etwa einer halben Stunde größere Mengen Energie beizusteuern und ist auch von der Intensität der sportlichen Betätigung abhängig. Mit zunehmender Intensität sinkt zunächst der relative Anteil der Fette an der Aufbringung der Energie, wird die Intensität weiter erhöht, fällt sogar die absolute Menge der aus Fetten gewonnen Energie.

Diese Vorgänge sind aber durch Training zu beeinflussen. Deshalb wird aus Gründen der Schonung der Glykogen-Reserven im Training sehr viel Wert auf Fettstoffwechsel-Training (Grundlagenausdauer-Training) gelegt. Gelingt es nicht, den Verbrauch der Glykogen-Reserven zu drosseln, müssen – im Wettkampf nach etwa 1,5 Std. – Kohlehydrate durch Nahrungsaufnahme nachgeführt werden. Dies ist regelmäßig im Straßenradrennsport der Fall.

Ein normaler, untrainierter Mensch verfügt über einen Glykogenspeicher von ungefähr 300 bis 400g Glykogen. Gut trainierte Ausdauersportler können aber durchaus über ein weit größeres Glykogendepot von bis zu 600g verfügen.

Maximierung der Glykogenvorräte vor Wettkämpfen

Um während eines Wettkampfes über möglichst große Vorräte an Glykogen zu verfügen, bedienen sich Sportler im Vorfeld des Wettkampfes verschiedener Diäten, die als „Saltin-Diät“, „Kohlenhydrat-Mast“ oder „Carbo-Loading“ bekannt sind. Die drei verschiedenen Formen dieser Diäten haben gemeinsam, dass sie am Abend vor dem Wettkampf durch exzessive Kohlenhydratzufuhr versuchen, eine große Menge an Glykogen aufzubauen. Die Wirksamkeit und die medizinische Ratsamkeit besonders der extremen Form der Saltin-Diät ist allerdings umstritten und oftmals „Glaubenssache“.

Einfache Kohlenhydrat-Diät

Durch Kohlenhydratreiche Nahrung an den Tagen vor dem Wettkampf sollen die Glykogendepots aufgefüllt werden. (siehe auch „Pastaparty“)

Kohlenhydrat-Diät bei vorheriger Leerung der Glykogendepots

Bevor wie bei der einfachen KH-Diät eine große Menge an Kohlenhydraten zugeführt wird, wird der Glykogenspeicher durch eine letzte intensive Trainingseinheit geleert, um ihn sofort danach wieder zu füllen. Im Sinne der Superkompensation soll so eine noch bessere Füllung des Glykogenspeichers erreicht werden.

Saltin-Diät

Die Saltin-Diät ist die extreme Form des Carbo-Loading. Sie wird in drei Schritten durchgeführt:

  1. Die Glykogendepots (v.a. in der Muskulatur) werden durch Ausdauertraining bei gleichzeitig verminderter KH-Zufuhr geleert.
  2. In den folgenden „Fett-Eiweiß-Tagen“ wird auf eine kohlenhydratarme Ernährung geachtet, wodurch der Glykogenspeicher kaum noch gefüllt wird. Währenddessen wird das Ausdauertraining weiter geführt.
  3. Ein letzter Ausdauerlauf leert den Glykogenspeicher weiter. In den letzten zwei bis drei Tagen wird jetzt der Kohlenhydrat-Anteil in der Nahrung drastisch erhöht, um die Depots wieder maximal aufzufüllen.

Das Prinzip der Saltin-Diät ist die “Superkompensation” von KH. Durch die äußerste Reduzierung der KH-Aufnahme in den ersten beiden Schritten der Diät, versucht der Körper in der Endphase den Mangel an Glykogen zu kompensieren. Durch plötzliche Zunahme der Glykogenzufuhr, kommt es aber zu einer Superkompensation, das heißt dass der Körper nun über das normale Maß hinaus Kohlenhydrate einlagert. Dem Sportler stehen über einen längeren Zeitraum der Belastung hinaus KH zur Energiegewinnung bereit.
Die Saltin-Diät führt jedoch zu einer starken Schwächung, da in den ersten beiden Tagen die Glykogenspeicher vollkommen geleert werden. Das Risiko von Infektionen erhöht sich dadurch überdurchschnittlich. Auch kann die “Wettkampfmoral” stark unter der Schwächung leiden.

  • Ausdauersport
  • Energiebereitstellung
  • Superkompensation
Jun
06

Erica Pedretti (* 25. März 1930 in Šternberk, Tschechien) ist eine Schweizer Schriftstellerin und bildende Künstlerin.

In Nordmähren geboren, ging Pedretti 1945 in die Schweiz, lebte späterhin aber auch einige Jahre in den USA, bevor sie 1952 endgültig in die Schweiz zurückkehrte. Erica Pedretti veröffentlichte ihre Texte seit 1970, seit 1976 stellt sie auch “Bild- und Wortkompositionen”, zumeist grossflächige Objekte, aus. Zudem arbeitet sie als Bildhauerin. Sie lebt am Bielersee.

Erica Pedretti erhielt 1984 den Ingeborg-Bachmann-Preis für den Text “Das Modell und sein Maler” und 1996 den Marie-Luise-Kaschnitz-Preis.

Jun
06

Die so genannte Hollywood-Diät wurde in den 1920er Jahren in den USA für die damaligen Filmdiven entwickelt. Angeblich wurde sie von Studio-Bossen ihren weiblichen Stars regelrecht aufgezwungen, um sie pünktlich zu Drehbeginn auf das erwünschte Gewicht zu bringen. Hauptbestandteile dieser Diät sind Luxusnahrungsmittel wie Hummer, Shrimps und exotische Früchte. Kohlenhydrate werden auf ein Minimum reduziert, es handelt sich daher um eine Low Carb-Ernährung.

Das Prinzip

Das Diätprogramm sieht maximal 1000 Kalorien pro Tag vor. Auf dem Speiseplan stehen vor allem Proteine (mageres Fleisch, Fisch), Eier, Obst und Salate. Außerdem gibt es bestimmte Regeln, welche Lebensmittel womit kombiniert werden dürfen. Fett und Salz werden im Vergleich zu normaler Mischkost stark reduziert, ebenso Kohlenhydrate. Kartoffeln, Reis und Nudeln sind ausdrücklich verboten, denn in den 1920er Jahren galten gerade Kohlenhydrate als “Dickmacher”. Die in exotischen Früchten enthaltenen Enzyme sollen als Fatburner wirken. Versprochen wird ein Gewichtsverlust von mehreren Kilogramm pro Woche.

  • Enzyme werden im Magen aufgespalten und können daher keine besondere Wirkung entfalten.
  • Die Ernährung ist nicht ausgewogen und enthält mit etwa 60 Prozent einen deutlich zu hohen Proteinanteil. Ernährungswissenschaftler empfehlen maximal 20 Prozent. Weil relativ viele Eier gegessen werden, ist auch die Cholesterinzufuhr sehr hoch.
  • Eine erhöhte Eiweißaufnahme führt zu einem erhöhten Harnsäurespiegel und belastet die Nieren. Das Risiko für die Bildung von Harnsteinen und Nierensteinen erhöht sich, ebenso die Gefahr von Gichtanfällen. Vor allem für Menschen mit Nierenfunktionsstörungen ist diese Diät völlig ungeeignet.
  • Es gelten im Grunde alle Kritikpunkte, die bei Low Carb-Diäten genannt werden.
Jun
06

Abspecken bzeichnet:

  • das Abnehmen von überflüssigem Körpergewicht beispielsweise im Rahmen einer Diät
  • die Verschlankung eines technischen Produktes oder von Strukturen zur Effizienzsteigerung
  • das Abflensen genannte Abschälen des Körperfettes eines Wales; siehe dazu Walfang: Abflensen

Siehe auch:

Jun
05

Der Begriff Textatelier (Kombination aus Text als niedergeschriebenem Wortlaut und Atelier im Sinne von Arbeitsraum) dient einigen Schreibbüros als Firmenname.

Sie verfassen in der Regel Auftragstexte wie Ghostwritings, Medientexte, Biografien, Werbetexte, Gebrauchsanleitungen, Beipackzettel, private und geschäftliche Briefe usw., das heißt alles, was in Worte gefasst werden kann. Es sind Dienstleistungsbetriebe, die aufgrund von Kundenaufträgen oder aus eigener Initiative Texte produzieren und verbreiten.


Portal Schrift, Schrift, Schreibbüro, Schreiber, Lektorat, Agraphie, Schreibgerät, Schreibmaschine, Schreibkrampf, Textverarbeitung, Weblog, Tagebuch, Tastatur, Kulturtechnik, Kreatives Schreiben

Jun
05

Das Irische Tagebuch ist ein halbdokumentarischer Erlebnisbericht von Heinrich Böll aus dem Jahre 1957.

Böll hielt sich mehrere Monate in Irland auf. Seine Eindrücke hat er in achtzehn durchgestalteten Kurzgeschichten festgehalten. Den eher poetischen als journalistischen Anspruch bekräftigt Böll mit dem Motto: Es gibt dieses Irland: wer aber hinfährt und es nicht findet, hat keine Ersatzansprüche an den Autor.

Das Buch beschreibt Irland zu einem Zeitpunkt, als es noch ein Armenhaus Europas in isolierter Randlage war. Den Hintergrund der Erzählungen bilden die Rückständigkeit der Infrastruktur, die traditionelle Religiosität der Iren und der Aderlass durch Auswanderung nach Großbritannien und Übersee. Dabei vermittelt Böll in der Beschreibung persönlicher Begegnungen einen teils schwermütigen, jedoch durchweg positiven Eindruck von Irland und den Iren.

In einer Besprechung des Buches hieß es, sein Geheimnis sei, “…, daß kaum ein Wort über die verzwickte Ökonomie und die noch verzwicktere Geschichte des kleinen Staates gesagt wird und daß dennoch das ganze Irland in diesem Tagebuch eingefangen zu sein scheint”.

Es gibt immer wieder das Gerücht, Heinrich Böll habe nach Irland auswandern wollen, für ihn trifft das nicht zu. Andere deutsche Autoren hatten während der Fünfziger Jahre verschiedentlich erwogen, nach Irland auszuwandern.

Weblinks

www.irisches-tagebuch.com